Alsatia: Studentenverbindung in Frankfurt am Main

Farben der Alsatia: Rot-Weiß-Blau



Fragen und Antworten (FAQ)

Hilfe! Meine Frage fehlt hier noch!

Was ist Alsatia?  

Alsatia ist eine traditionelle Gemeinschaft von Studenten und Akademikern mit weltoffenem Geist in Frankfurt am Main.

Wir versuchen, die Welt zu verbessern, indem wir Individuen anleiten, zuerst sich selbst zu verbessern, bevor sie individuell anfangen, die Welt zu verbessern.

Wir haben einen Kernbestand von zeitlosen Werten, die sich bisher als universell darstellen wie Gerechtigkeit, Toleranz, Neugierde, Lernbereitschaft und Anpassungsfähigkeit.

Gleichzeitig sind wir überzeugt, dass Weltverbesserung kein einseitiges Lebensziel sein sollte, sondern am besten praktiziert wird auf der Grundlage solider persönlicher Finanzen und gesichertem Einkommen, lebenslangen Freundschaften und ausgeglichener Lebensführung.

Vertritt Alsatia irgendeine Ideologie?  

Wir vertreten als Turnerschaft sehr offensiv das Toleranzprinzip.

Wir erwarten von unseren Mitgliedern, dass sie entsprechend den Grundsätzen des Coburger Convents die freiheitlich-demokratische Grundordnung anerkennen, aufgeschlossen sind für geistige Werte und sich um ein Höchstmaß an Vorurteilsfreiheit bemühen.

Offenheit und geistige Beweglichkeit sind mehr als alles andere bestimmende Merkmale für einen Turnerschafter.

Bei den meisten menschlichen Gemeinschaften musst Du eine Ideologie akzeptieren, wenn Du mitmachen oder weiterhin Teil der Gemeinschaft bleiben willst. Bei uns nicht. Alsatia kann dadurch zu einer Konstante im Leben werden.

Wer bei Alsatia mitmacht, tut das nicht, weil er auf seinen eigenen persönlichen Vorteil bedacht ist, sondern weil er seine Persönlichkeit ausprobieren und weiterentwickeln will und den Mut aufbringt, selbständig zu denken. Solche Menschen finden bei Alsatia ein aufgeschlossenes, anregendes und ermutigendes Umfeld.

Welche Vorteile hat es, Mitglied bei Alsatia zu sein?  

Nach Vor- und Nachteilen zu fragen ist zwar legitim, wir betrachten es aber mit demselben Unbehagen, wie wenn man bei einer Freundschaft nach Vor- und Nachteilen fragt. Verbindungen sind äußerst vielschichtige Gemeinschaften. Wir interessieren uns für andere Menschen und wollen in der Welt etwas verändern. Wer bei uns aus Nützlichkeitserwägungen mitmachen will, hält das Programm, das wir für ihn bereithalten, nicht durch und vergeudet seine und unsere Zeit.

Unabhängig davon: Wir helfen bei der Suche nach Praktikumsplätzen, qualifizierter Arbeit während des Studiums und bei der Bewerbung um ein Stipendium. Wir sagen unseren Leuten jedoch, dass sie keine Protektion zu erwarten haben, aber wir geben Anleitung und Hilfestellung, damit sie sich fachlich und menschlich besser entwickeln können als andere.

Die Studentenzeit ist zudem die letzte Gelegenheit vor dem Berufsleben, Freundschaften zu schließen, die auch schwierige Zeiten überdauern. Vom jüngsten Fuchs bis zum ältesten Alten Herrn ist man per Du und kann völlig offen und auf Augenhöhe miteinander sprechen.

Generell ist es attraktiv, in einer fremden Stadt sofort Anschluss zu finden und in allen nennenswerten Universitätsstädten eine Anlaufstelle zu haben. Für ausländische Studenten ist es besonders interessant, bei uns in die deutsche Sprache und Studentenkultur einzutauchen.

Das Wichtigste ist uns, Menschen in ihrer Autonomie zu stärken, ihre Selbstbestimmtheit und ihr selbständiges Denken zu stärken. Das Leben ist zu kurz, um alle Fehler selbst auszuprobieren: Man findet bei uns in beinahe allen beruflichen und Lebensfragen jemanden, der eine qualifizierte Einschätzung abgeben kann. Wir besitzen einen Schatz an Wissen und Erfahrungen, der einem jungen Menschen in dieser Form sonst wohl kaum irgendwo zur Verfügung steht. Wer als Mensch wachsen und etwas aus seinem Leben machen will, kann bei uns mit weniger Schrammen und sehr viel schneller vorwärtskommen als alleine.

Welche Nachteile hat es, Mitglied bei Alsatia zu sein?  

Man kann von der Verbindung nur profitieren, indem man eine gewisse Menge Zeit investiert und seine Grenzen immer weiter austestet. Es gibt keinen Erfolg ohne Anstrengung – und Studium, Alsatia und Privates unter einen Hut zu bringen, ist definitiv anstrengend, aber das gehört bei uns zum Konzept. Wir beweisen jedes Semester, dass das geht, sogar bei sehr gutem Studienerfolg. Wir wollen, dass unsere Leute hinterher stolz sagen: Es war unglaublich anstrengend, aber wir haben es geschafft, und wir hatten bei Alsatia eine sensationelle Studentenzeit.

Welche Fächer sind bei Euch vertreten?  

Generell sind wir offen für Studenten aller Fächer und wir freuen uns über jeden Studenten, der ein Fach studiert, das bisher noch nicht bei uns vertreten ist.

Wie bei den meisten Studentenverbindungen an Universitäten sind auch bei uns die größten Gruppen Medizin, Jura und Betriebswirtschaftslehre (BWL) bzw. Volkswirtschaftslehre (VWL). In den letzten Jahren sind bei uns noch noch International Business Administration und Wirtschaftsinformatik hinzugekommen. Als Turnerschaft sind bei uns außerdem traditionell Sportstudenten vertreten. Regelmäßig haben wir auch immer wieder viele Studenten naturwissenschaftlicher Fächer.

Wir würden niemals jemanden abweisen, weil er ein »falsches« Fach studiert. Im Gegenteil: Wir wären sogar absolut begeistert über neue Mitglieder, die beispielsweise Philosophie, Ethnologie, Soziologie, Sprachen, Graphikdesign oder Kunst studieren.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um als Interessent Kontakt zu Alsatia aufzunehmen?  

Der beste Zeitpunkt ist ca. ein Jahr vor der ersten Noteneinreichung für das Abitur, ansonsten allgemein vor jeder weitreichenden Lebensentscheidung bis zum Studienbeginn, etwa bei der Entscheidung für einen Beruf, eine Ausbildung oder ein Studienfach.

Es kommt selten vor, dass man bereits als Schüler weiß, was man mit seinem Leben anfangen will. Wir geben gerne Hilfestellung, sich darüber klarzuwerden.

Zeigt Ihr Eure Mitgliedschaft nach außen?  

Wir halten nichts von Angeberei. Es ist uns generell wichtiger, dass unsere Mitglieder erfolgreich sind und die Erwartungen übertreffen. Wenn bekannt wird, dass sie bei unserer Alsatia aktiv waren, ist uns das recht.

Allerdings würden wir jemandem, bei dem erkennbar ist, dass er eine beschränkte Sicht auf die Welt hat, nicht unbedingt gleich als erstes auf die Nase binden, dass wir in einer Verbindung sind.

Wir brauchen immer nur wenige Neumitglieder, um langsam organisch zu wachsen, und das funktioniert auch, ohne übermäßig die Werbetrommel zu rühren. Die öffentliche Diskussion über die Deutsche Burschenschaft hat uns jedoch dazu veranlasst, vermehrt in die Öffentlichkeit zu gehen, und darüber zu informieren, wer wir sind, was wir denken, und was wir tun.

Wie steht Ihr zum Liberal-gegen-rechts-Streit in der Deutschen Burschenschaft?  

Wir bei Alsatia betrachten Vielfalt als besten Schutz gegen Sektiererei. Wir nehmen Deutsche und Ausländer auf; Rassismus ist uns unverständlich. Wir verpflichten unsere Mitglieder generell auf die freiheitlich-demokratische Grundordnung des Grundgesetzes. Wir streben ein Höchstmaß an Vorurteilsfreiheit an und meinen, dass unser Konzept von Verbindung die beste Vorbereitung auf das spätere Berufs- und Privatleben ist.

Wir finden es gut, dass es Unterschiede zwischen den Verbindungen gibt, denn nur so kann unser ureigenes Profil klar hervortreten. Wir sind zufrieden, wenn es für jeden, der sich für Verbindungen interessiert, eine passende gibt.

Der Verband, in dem Alsatia Mitglied ist, der Coburger Convent der akademischen Landsmannschaften und Turnerschaften, hat sich als erster Korporationsverband und mit deutlichen Worten von den Vorgängen in der Deutschen Burschenschaft distanziert. Das ist ein Bruch mit unseren Gepflogenheiten, aber wir finden es richtig. Wir empfinden es jedoch als bitter, dass einer der traditionsreichen Korporationsverbände eine solche Entwicklung genommen hat.

Trinkt Ihr denn keinen Alkohol?  

Doch, wie bei fast allen Studentenverbindungen wird auch bei uns Alkohol getrunken, aber er steht bei Alsatia nicht im Mittelpunkt. Insbesondere ist unsere Politik bei Alsatia, dass niemand aus Angst vor dem Alkohol von einer Mitgliedschaft abgehalten werden darf. Deshalb muss bei uns niemand Alkohol trinken. Dafür braucht sich niemand zu rechtfertigen, und es muss sich auch keiner sorgen, deswegen weniger geachtet zu sein.

Wir halten unsere Mitglieder an, einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu erlernen. Komasaufen, vielleicht noch auf nüchternen Magen mit Spirituosen, gehört nicht dazu. Die Bierkultur deutscher Studentenverbindungen unterscheidet sich vollkommen von den Trinksitten amerikanischer Studentenverbindungen, wie man sie in Filmen und im Fernsehen sieht.

Wie häufig trefft Ihr Euch?  

Die jungen Mitglieder treffen sich während des Semesters in der Regel täglich in unserem Verbindungshaus in Niederrad, oder, wie es bei uns heißt: »auf dem Haus«. Alte Herren, die in Deutschland leben, kommen je nach Anfahrtsweg und beruflicher Belastung ein- bis zweimal jährlich zum Stiftungsfest und zu den Weihnachtsfeierlichkeiten aufs Haus, Alte Herren am Ort in der Regel häufiger, mitunter alle ein bis zwei Wochen.

Drei- bis viermal jährlich gibt es regionale Treffen oder Wochenendfahrten, einmal im Jahr fahren wir zum Pfingstkongress, der Verbandstagung des Coburger Convents in Coburg, darunter auch viele Alte Herren.

Wie laufen solche Treffen ab?  

Viele Studenten scheitern im Studium, weil sie ausbrennen. Übereifer ist genauso gefährlich wie Nachlässigkeit. Wir holen unsere Mitglieder deshalb regelmäßig vom Schreibtisch weg und sorgen dafür, dass sie Pausen machen, sich aktiv entspannen, ihr Hirn durchlüften, sich körperlich betätigen oder sich über einem Bier oder Apfelsaft mit anderen darüber austauschen, womit sie sich gerade befassen.

Wer sich volllaufen lassen will, ist bei uns verkehrt. Wir veranstalten beispielsweise täglich Fechtstunden, gesellige Traditionsabende, kulturelle Veranstaltungen oder Seminare. Zusätzlich bieten wir Wochenendfahrten an mit zum Beispiel Wandern, Besichtigungen, Fahrsicherheitstraining, Gleitschirmfliegen oder Segelfliegen. Die meisten Veranstaltungen organisieren die jungen Mitglieder für sich selbst, die Alten Herren werden dazu eingeladen.

Die regionalen Treffen und Wochenendfahrten organisieren die Alten Herren und laden die jungen Mitglieder dazu ein. Zu Stiftungsfest und Weihnachtsfeierlichkeiten rechnen wir in normalen Jahren inklusive des Damenprogramms mit 80 bis 100 Teilnehmern.

Gibt es auch Veranstaltungen, die für Nichtmitglieder offen sind?  

Sogar die meisten unserer Veranstaltungen sind Gästeveranstaltungen, auch wenn wir nicht zu allen öffentlich einladen. Nur unsere Traditionsabende (die Kneipen) finden ohne Damen statt, bei den Organisationstreffen (den Conventen) sind nur Mitglieder zugelassen, ebenso wenn Mitglieder mit anderen Verbindungen ihre Mensuren fechten (den Mensurtagen).